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Tignale: Info und Geschichte

Tignale: Info und Geschichte

Die Gemeinde Tignale liegt am malerischen Gardasee auf dessen westlichen Seite in der Provinz Brescia in der Region Lombardei. 

Unternehmungen 
Wer gerne Aktivurlaub macht, kommt in Tignale und Umgebung voll auf seine Kosten. Beispielsweise Besichtigungen wie die der Wallfahrtskirche Madonna di Montecastello oder Ölmühlen wie auch andere Orte, zum Beispiel eine Käserei, können unternommen werden. 
Wer es lieber sportlich mag, kann sich bei einer geführten oder ungeführten Mountainbiketour auspowern. In der Region befinden sich zahlreiche Gebirgsbäche. Hier kann man Rafting und Canyoning machen, super für Abenteuersuchende.
Veranstaltungen 
Zu den Veranstaltungen, die hier mehrmals im Jahr stattfinden, zählt unter anderem auch ein großer Mittelaltermarkt. Die ganze Stadt wird zur Mittelalterdorf und es lassen sich Gegenstände, die die Bewohner oft selbst hergestellt haben, und andere Waren erwerben. 

Hafen 
Auch wenn Tignale 500m über Seehöhe liegt, kann die Gemeinde dennoch einen Fischerei- und Sporthafen sein Eigen nennen.  In der Badesaison wird er auch als Badestelle genutzt, von Touristen und Anwohnern gleichermaßen. 

Geschichte 
Ein Stück Architekturgeschichte lässt sich oberhalb des Hafens bestaunen. Ende des 18. Jahrhunderts entstand hier ein Ort, der ursprünglich zum Zitronenanbau diente. „la Limonaia del pra de la fam", übersetzt bedeutet das „Zitronengewächshaus an der Hungerwiese". Hungerwiese deshalb, weil früher häufiger Boote an diesen Küstenabschnitt getrieben wurden, wenn es stürmte. Die Besatzungen saßen oft tagelang fest, in Hoffnung auf besseres Wetter. Und der Hunger wurde währenddessen immer größer, da es nicht viel zu Essen gab. 

Die "Limonaia" 
Die Kultur der Züchtung von Zitronen ist hier Jahrhunderte alt und erforderte viel Wissen und präzise Arbeit. Der Gardasee ist das nördlichste Zitronenanbaugebiet der Welt und eigentlich nicht für den Anbau dieser Früchte geeignet. 

Seit der Römerzeit wurden am Westufer des Gardasees Zitronen anbaut. Durch Neuerungen der Technik und besseres Wissen wurde der Anbau intensiviert und kommerzialisiert. So erlebte der Zitronenanbau am Gardasee in den 1770ern seinen Aufschwung. 
Bereits 1840 wurden rund sechs Millionen Früchte im Jahr auf den Markt gebracht. Große Konkurrenz war jedoch Sizilien. Die Insel, auch heute noch bekannt für den Zitronenanbau, verkaufte günstigere Früchte. Auch wenn diese qualitativ minderwertiger waren, verdrängten sie die Früchte des Gardasee- Gebiets vom Markt. 
Als 1928/29 bei dem heftigen Winter, der auch der "schwarze Winter" genannt wird, fast alle Zitronenbäume erfroren, brach der Anbau zusammen. 
In den letzten Jahren wurden jedoch wieder Pflanzen angebaut und die Limonaia teils restauriert und instandgesetzt, um die Tradition zu erhalten. 

Das Besondere ist die Bauform der Zitronenhaine. Der Bau wurde galerieartig an die Felswände angebaut, welche die Seiten- und Rückwände bilden. So konnten die Früchte besser vor Frost geschützt werden. Zusätzlich wurde im Winter der komplette Garten mit Holz überdacht. 

Ein Besuch in diesen Hainen lohnt sich allemal. Von Tignale aus gibt es einen gut markierten Wanderweg zur Limonaia pra de la fam und auch mit dem Bus gut erreichbar. Wer noch ein Souvenir sucht: Es können dort auch Produkte wie Zitronenmarmelade oder Limoncello erworben werden.



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