blog News

Die Kirche San Pietro - Ausblick und Geschichte

Die Kirche San Pietro - Ausblick und Geschichte

Auf einem malerischen, kleinen Hügel befindet sich die Kirche San Pietro in Tignale, im Ortsteil Gardola. Vom elliptischen Hügel aus, ergibt sich ein einmaliger Ausblick über den nördlichen Teil des Gardasees, bis hin zum Monte Baldo am östlichen Ufer. Doch nicht nur der Ausblick, sondern auch die besondere Geschichte des Ortes, macht sie zu einem beliebten Touristenziel.

Die Kirche San Pietro trägt noch heute den Beinamen "Burg", da sie wahrscheinlich bereits in der Antike entstanden ist. Der Ursprung der Kirche lässt sich ungefähr auf die römische Zeit datieren, obwohl eine genaue Entstehungszeit nicht bekannt ist. Durch Ausgrabungen konnte im Jahr 2002 allerdings festgestellt werden, dass die Kirche in mindestens 8 Bauabschnitten entstanden ist.

Erstmals amtlich erwähnt wurde San Pietro in einem Dokument von Urbano III, im Jahr 1186. Im zweiten Weltkrieg wurde die Fassade demoliert, da zeitweise Lastwagen dort untergestellt waren. Ab den 50er Jahren wurde die traditionsreiche Kirche hingegen als Theater genutzt. Durch Bauarbeiten in den 70er Jahren begannen Forscher dann mit Ausgrabungen.

​Bei diesen wurde ein Schacht entdeckt, der zu einem Reliquienschrein führt, der aus Kalkstein besteht. Im Zentrum dieses Schreins steht ein Sarg. Durch die Verarbeitung des Rahmens, die Form, sowie die Anordnung der Kreuze, konnten die Forscher eine ungefähre Entstehungszeit im 4. Jahrhundert n.Chr. ausmachen. Bei weiteren Ausgrabungen zwischen 1985 und 1986, wurde eine Apsis entdeckt, die im Halbkreis angeordnet ist.

Die heutige Fassade der Kirche stammt aus dem 18.Jahrhundert. Sie besteht aus einem Portal aus Stein, worüber sich ein halbkreisförmiges Fenster befindet. Durch dieses gelangt das Licht in den Innenraum der Kirche. An der linken Seite und damit hinter dem Gebäude, befindet sich ein kleiner Glockenturm.

Ein besonderes Highlight der Kirche ist ihr Altar. Der Altartisch besteht vollkommen aus rosafarbenem Sandstein. Mikroskopische Untersuchungen lassen vermuten, dass er aus dem Tignaler Steinbruch stammt. Es muss sich um einen sehr seltenen Stein gehandelt haben, da der Steinbruch eigentlich für seinen weißen Sandstein bekannt ist. Besonders im Hochmittelalter gibt es keine Aufzeichnungen über rosafarbenen Sandstein. In anderen Kirchen und Burgen, die zu dieser Zeit entstanden sind, wurde ausschließlich weißer Sandstein verarbeitet. Dies lässt noch einmal mehr darauf schließen, dass die Kirche viel älter ist, als man zunächst angenommen hat. Über dem Altar hängt ein Gemälde, welches die Muttergottes, sowie die Heiligen Lorenzo und Rocco zeigt. Nachdem die San Pietro in den 50er Jahren in ein Theater umgewandelt wurde, wurde der Altar in das Oratorium von Olzano gebracht, wo er auch heute noch zu finden ist.

Die Kirche San Pietro ist nicht nur ein Ort mit wirkungsvoller Geschichte, sondern auch der einmalige Ausblick über den nördlichen Gardasee hebt sie von anderen Kirchen in der Nähe ab. Die unmittelbare Umgebung bietet dabei auch tolle Möglichkeiten für Wanderungen und kulinarische Erlebnisse, die einem die Geschichte und Kultur Italiens näherbringen.



Kontakte

Social